"Oh, das tut mir jetzt Leid" sagt die Kellnerin des Ysenegger, als sie mir Kaffee über den Mantel schüttet. Sonntags um neun ist es nicht einfach, ein Kaffee zum Frühstücken zu finden, ein gutes dazu fast unmöglich. Da muss man über ein paar Kaffeeflecken hinwegsehen.
Das Ysenegger beschreibt sich selbst als Cafe mit Charme und ja, Charme ist ja auch eine Frage der Definition.
Das mit dem Kaffee passierte zum Schluss und irgendwie war es mir fast sympathisch, denn der ganze Laden war erfrischend unmünchnerisch, die Bedienungen unprofessionell bis tollpatschig, die Karte laminiert und die Wände kahl, bis auf ein paar Veranstaltungsplakate. Insgesamt erinnerte das Ambiente mich an das Wirtshaus in der Hasenheide, wo man ja auch rund um die Uhr Frühstück bekommt. Und das erzeugte bei mir, trotz aller Ambivalenzen ein Gefühl von Heimat.
Warum beschreibe ich das hier? Der Kaffee der nicht auf meinem Mantel landete war durchaus vertretbar - wirklich überzeugend war der Buttermilchpfannkuchen mit Obst und Ahornsirup. Ich war lange nicht mehr frühstücken und generell esse ich morgens ungern, in diesem Fall hat es sich jedoch gelohnt: Ein richtig dicker, leckerer, knuspriger Monsterpfannkuchen (für etwa fünf Euro) gefüllt mit frischem Obst und serviert mit einem Schälchen Ahornsirup - das ist einen Ausflug Wert.
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